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Sonntagsöffnung: Geteiltes Meinungsbild

Das Wachstum des Online-Handels und die rückläufige Frequenz im stationären Einzelhandel werfen zunehmend Fragen einer weiteren Liberalisierung des Verkaufs an Sonntagen auf. Insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten Klagen der Gewerkschaft ver.di und der öffentlichen Diskussion beschäftigen sich momentan viele Unternehmen des Schuhhandels intensiv mit diesem Thema. Auch der BDSE erörterte diese Frage auf der letzten Delegiertenversammlung und in seiner Präsidiumssitzung im Mai.

Dabei zeigte sich erneut, dass die Meinungen zur Sonntagsöffnung im Schuhhandel ganz unterschiedlich sind. Erst im Frühjahr dieses Jahres hatte der BDSE die Branche hierzu bundesweit befragt und ein aktuelles Meinungsbild eingeholt. Das Ergebnis bestätigt, dass der Handel in dieser Frage nach wie vor gespalten ist: Mit 49 Prozent lehnt etwa die Hälfte der Unternehmen eine Sonntagsöffnung generell ab. Nicht ganz so hoch ist mit 44 Prozent der Anteil derer, die sich zwar für verkaufsoffene Sonntage aussprechen, diese aber auf maximal 10 im Jahr begrenzt sehen möchten. Lediglich 7 Prozent der Schuheinzelhändler befürworten eine generelle Freigabe der Sonntagsöffnung.

Eine einheitliche politische Stoßrichtung für eine Änderung des Status quo lässt sich für den Handelsverband daraus schwerlich ableiten. Wichtig aus Sicht des BDSE ist allerdings, dass die Unternehmen des Schuhhandels Planungssicherheit erhalten: Wenn ein verkaufsoffener Sonntag behördlich genehmigt ist, muss er auch durchgeführt werden können. Ver.di hatte in den vergangenen Jahren eine Vielzahl Verfahren gegen kommunale Genehmigungen geführt, teilweise gemeinsam mit kirchlichen Organisationen. Dadurch mussten zahlreiche Verkaufsaktionen kurzfristig abgesagt werden.

Ferner wäre eine bundeseinheitliche gesetzliche Regelung wünschenswert. Derzeit wird die Obergrenze möglicher verkaufsoffener Sonntage auf Länderebene und damit unterschiedlich festgelegt, was zu Wettbewerbsverzerrungen in den Grenzgebieten der Bundesländer führt.

Statement zur Sonntagsöffnung
 Antworten
in Prozent
   Für eine generelle Freigabe der Sonntagsöffnung  7    Für eine Begrenzung auf max. 10 Sonntage 44    Generelle Ablehnung der Sonntagsöffnung
49