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Schuhhandel: Kaum Kundenbeschwerden bei Nicht-Weitergabe der Mehrwertsteuer-Senkung

Vor allem kleine und mittlere Schuh- und Modegeschäfte vermeiden es, die zum 1. Juli auf 16 Prozent abgesenkte Umsatzsteuer an ihre Kunden weiterzugeben. Aber auch einige umsatzstarke Filialisten vereinnahmen die 2,52 Prozent selbst und begründen dies gegenüber ihren Kunden zum Beispiel mit regelmäßig durchgeführten Rabattaktionen.

  

Dies ist ein zentrales Ergebnis der jüngsten Befragung der Handelsverbände Schuhe (BDSE), Textil (BTE) und Lederwaren (BLE), an der sich insgesamt rund 170 Einzelhändler beteiligt haben. 

Speziell für den Schuheinzelhandel fielen die Ergebnisse wie folgt aus: 

  • Eine automatische Weitergabe der MwSt.-Senkung an alle Kunden und für alle Artikel praktizieren nur 20 Prozent der Umfrageteilnehmer. Größere Schuhhäuser tun dies allerdings deutlich häufiger als kleinere Fachgeschäfte.
  • 22 Prozent der teilnehmenden Schuhspezialisten geben die MwSt.-Senkung nur bei einem Teil der Ware weiter. In der Regel sind in diesen Fällen reduzierte Artikel ausgeschlossen.
  • Nur an Stammkunden oder Kundenkarten-Inhaber reicht keiner der befragten Schuhhändler die MwSt.-Senkung weiter.
  • Nur auf Nachfrage der Kunden geben 12 Prozent die MwSt.-Senkung weiter.
  • Ebenso hoch ist der Anteil jener Schuhhändler, die den Kunden als Ersatz ein kleines Give-away anbieten.
  • Insgesamt 34 Prozent der Schuhgeschäfte behalten die eingesparte MwSt. komplett selbst.  

Offensichtlich verursacht die Einbehaltung der MwSt. kaum oder gar keine Probleme mit Kunden. Insgesamt gaben 87 Prozent der Teilnehmer aus dem Schuhhandel an, dass alle Kunden dies akzeptieren bzw. gar nicht nachfragen. Lediglich 13 Prozent berichten über vereinzelte Beschwerden ihrer Kunden. Nennenswerte negative Kundenreaktionen kommen bei keinem der Befragungsteilnehmer vor.

 

Zur Frage, ob die MwSt.-Senkung über den 31. Dezember hinaus verlängert werden soll, sind die Meinungen im Schuhhandel gespalten: Während 38 Prozent dies befürworten würden, sind 46 Prozent dagegen. Keine eindeutige Präferenz haben 16 Prozent der Umfrageteilnehmer.