Ertragssituation

In den Medien und bei den Endverbrauchern, teilweise aber auch bei den Mitarbeitern, kursieren weit überhöhte Vorstellungen, wie viel der Einzelhandel am Verkauf von Schuhen verdient. In diesem Zusammenhang gilt: Der größte Teil der Wertschöpfung erfolgt im Hochlohnland Deutschland. Der Handel muss hierzulande jeden Schuh zu den hohen - und weiter steigenden - Kosten verkaufen. Tragen muss der Einzelhandel vor allem inländische Löhne und Gehälter für die Mitarbeiter, hiesige Mieten, Energiekosten, Kosten für Werbung, Ladenbau etc. und nicht zuletzt die deutsche Mehrwertsteuer.

Nachdem alle diese Kosten beglichen wurden, blieb dem mittelständischen Schuhfachhandel im Jahr 2016 laut BDSE-Statistik-Report gerade einmal ein Gewinn von 1,2 Prozent vom Umsatz. Über 3 Jahre hinweg (2014 bis 2016) lag der Gewinn im Durchschnitt bei ca. 1,3 Prozent vom Umsatz. Dieser (Vorsteuer-)Gewinn unterliegt noch der Ertragssteuer.

Am Beispiel eines Paar Schuhe mit einem Verkaufspreis von 69,90 Euro verdeutlicht, heißt das: Dem Verkaufserlös von 69,90 Euro stehen anteilige Kosten des Händlers (inklusive Einkaufspreis) in Höhe von 69,06 Euro gegenüber. Allein 29,64 Euro fallen als Einkaufspreis an, weitere 11,16 Euro müssen als Mehrwertsteuer an das Finanzamt abgeführt werden. Zu diesen warenbezogenen Kosten in Höhe von insgesamt 40,80 Euro kommen noch anteilige Personalkosten (16,15 Euro), Miete inkl. Nebenkosten (7,27 Euro), Kosten für Werbung (1,19 Euro), für Zinsen und Abschreibungen (1,59 Euro) und sonstige Kosten (2,06 Euro). Dem Schuhfachhandel bleibt damit beim Verkauf eines Paars Schuhe zum Preis von 69,90 Euro im Durchschnitt lediglich ein - noch zu versteuernder! - Gewinn in Höhe von 0,84 Euro.
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