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BDSE zur Zuspitzung der Lockdown-Gefahr

Die Situation im Schuh- und Modehandel ist nach dem „weichen“ Lockdown schon dramatisch genug. Bei Frequenzrückgängen von durchschnittlich 50 Prozent in Deutschlands Einkaufsstraßen ist der innerstädtische Schuhhandel gestraft genug, da wird an jedem Tag kräftig zugebuttert. Die finanziellen Reserven schwinden bei vielen Fachgeschäften. Wenn jetzt auch noch der harte Lockdown für den Non-Food-Handel kommt, bedeutet das für viele Unternehmen das baldige Aus.

Daher muss die Schließungsphase so kurz wie möglich sein, und die staatlichen Unterstützungsprogramme insbesondere für den besonders gebeutelten Schuh-, Mode- und Lederwarenhandel sollten deutlich ausgebaut werden. Werden Geschäftsschließungen noch für die letzten Dezembertage und bis in den Januar hinein beschlossen, muss der betroffene Einzelhandel ganz klar auch die November/Dezemberhilfen analog zur Gastronomie für den Schließungszeitraum im Dezember und im Januar erhalten. Gegebenenfalls in einem Stufenmodell, wie das in beispielsweise in Österreich praktiziert wird. Das wäre eine echte Hilfe.

 

Hilfreich wäre auch, wenn die Überbrückungshilfe III ab Januar 2021 nicht nur fortgeschrieben, sondern die Anspruchsvoraussetzungen zudem herabgesetzt würden. Denn bisher kamen bekanntlich nur wenige innerstädtische Händler in den Genuss dieser Gelder, dies muss sich unbedingt ändern.

 

Auch darf sich die Politik kein Hintertürchen offenhalten, etwa nach dem Motto: Hilfen des Bundes werden nur gewährt, wenn es einen bundesweit verordneten Lockdown gibt. Denn üblicherweise verordnen die Bundesländer die Betriebsschließungen, und dabei könnte es wieder einen Flickenteppich geben. In diesem Fall müssten selbstverständlich die jeweiligen Länder entsprechende Förderprogramme aufsetzen und die Handelsbetriebe entschädigen.

 

Angesichts immer klammer werdender Haushaltskassen ist die Gefahr aktuell groß, dass sich die Politik ihrer Pflicht zur Stützung des innerstädtischen Handels entziehen will. Die Einzelhandelsverbandsorganisation muss daher auf allen Ebenen wachsam sein und wird den Druck auf die Bundes- und Landespolitik noch verstärken.