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BDSE fordert auch 2021 bedarfsgerechtere Saisontaktung

Die gesamte Textil- und Schuhbranche ist sich einig, dass die laufende FS-Saison bzw. die Phase der regulären Preise unbedingt um rund vier bis sechs Wochen verlängert werden muss, um die Auswirkungen der behördlich verordneten Geschäftsschließung abmildern zu können. Das bedeutet, dass es auch frühestens Ende Juli zu umfangreichen Preisreduzierungen kommen sollte.

Als weitere Maßnahme muss die Lieferung von Herbstware durch die Hersteller nach hinten verschoben werden. Nicht nur um die dann voraussichtlich immer noch vorherrschenden Lagerprobleme nicht unnötig zu erhöhen. Dies entspricht vielmehr auch dem Wunsch der allermeisten Schuhhändler, die Warenlieferungen Schuhtyp-bezogen möglichst nah am jeweiligen tatsächlichen Verkaufszeitraum zu erhalten.

 

Diese deutlich stärkere Bedarfsorientierung des Warenangebots ist betriebswirtschaftlich richtig und hat sich in der Praxis bereits bewährt. Sie ist zudem kundenorientiert und muss sich daher noch viel stärker in der Schuhbranche durchsetzen. Es ist daher unabdingbar, diesen Weg auch in 2021 und danach weiter zu verfolgen. Die aktuell intensiv diskutierte, Corona-bedingte Saisonverschiebung darf damit keine Ausnahme bleiben, sondern muss in den nächsten Jahren zur neuen Normalität werden!

 

Die neue Taktung der Verkaufssaison hat auch Auswirkungen auf das künftige Ordertiming. Zumindest für den breiten Markt sollten die Orderbudgets des Handels für das Jahr 2021 erst festgelegt werden, wenn ausreichende Abverkaufserfahrungen der aktuellen Saison vorliegen. Nur so kann der Schuhhandel eine realistische Einschätzung des Saisonverlaufs FS 2020 vornehmen. Frühestens Im Laufe des August dürfte ein Ausblick auf das restliche Jahr möglich sein, so dass sich letztendlich auch dann erst das Jahr 2021 fundiert planen lässt.

 

Daraus folgend ist eine Sichtung der Schuh-Kollektionen und Ordervergabe für FS 2021 nicht vor Mitte August beginnend möglich. Für die Order HW 2021 macht eine Überarbeitung der HW-Budgets dann erst Anfang Februar Sinn. Der Sichtungs- und Orderzeitraum HW 2021 sollte daher im breiten Schuhsegment nicht vor dem 15. Februar beginnen.

 

Die Coronakrise bietet jetzt die Chance, die vielfach kritisierte und für die meisten Kunden nicht nachvollziehbare Saisontaktung der Schuh- und Modebranche wieder an die tatsächliche Nachfrage anzupassen. Handel und Industrie können es sich – erst recht nach dem nach dem Corona-Tiefschlag – künftig nicht mehr leisten, Preiskämpfe bereits vor dem Bedarfshöhepunkt auszufechten und wichtige Renditepunkte zu verspielen. Order- und Lieferzeiträume müssen sich dem konsequent unterordnen.