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BDSE-Appell: Jetzt noch keine Sommerware reduzieren!

Nach dem Ende des Lockdowns hat es zwar erste Rabattaktionen gegeben, insgesamt ist es in den letzten Wochen an der Preisfront aber verhältnismäßig ruhig geblieben. Entgegen der oft geäußerten Befürchtungen waren umfangreiche oder sogar pauschale Reduzierungen „auf Alles“ bisher die Ausnahme.

Mitunter gab es zwar mehr oder weniger auffällige Sale-Plakate, doch betrafen sie speziell im konsumigen Markt primär Übergangsschuhe. Dies ist zu dieser Zeit nicht ganz unüblich. Es ist nicht zu erwarten, dass sich diese Schuhe bei steigenden Temperaturen noch zu vollen Preisen vermarkten lassen.

 

Falsch ist es aber mit Sicherheit, für den breiten Markt bereits jetzt aktuelle Sommerschuhe zu reduzieren – selbst bei großem Lagerdruck! Denn durch den teilweisen Wegfall der Frühjahrssaison aufgrund der Corona-Maßnahmen braucht der Schuhhandel jetzt unbedingt eine längere Phase mit vollen Preisen, um nicht noch weitere Existenz-gefährdende Verluste einzufahren. Selbst wenn einzelne stationäre Händler oder Online-Anbieter mit ersten Rotpreisen für Sommerware vorpreschen, sollte man sich davon möglichst nicht beeinflussen lassen!

 

Schließlich kaufen die Kunden immer Bedarfs-orientierter – eine Tendenz, die durch die Coronakrise eher noch zugenommen hat. Und obwohl es in weiten Teilen Deutschlands schon einige heiße Tage gab, stehen die wärmsten Wochen erst noch bevor. Viele Bedarfskäufer dürften – nicht zuletzt durch die bestehenden Einschränkungen – noch gar nicht zum Schuhkauf in den Städten gewesen sein. Diese Klientel sucht erfahrungsgemäß noch im Juli und August nach Sommerware. In diesem Zusammenhang darf auch nicht vergessen werden, dass die sommerliche Witterung in den letzten Jahren oft bis weit in den September andauerte.

 

Hinzu kommt: Durch die Corona-bedingten Verzögerungen in der Lieferkette kommt ein Gutteil der Herbstware im breiten Markt später in die Geschäfte. Wie es ja auch zwischen Handel und Lieferanten vereinbart wurde. Wer also jetzt bereits seine Sommerware verramscht, läuft Gefahr, seinen Kunden im Hochsommer kaum bedarfsgerechte Ware anbieten zu können.

 

Der BDSE appelliert daher an den Schuheinzelhandel, sich in den nächsten Wochen mit Preisaktionen bei Sommerschuhen zurückzuhalten. Die Branche braucht jetzt diese Solidarität, um die Folgen der Coronakrise zumindest abzufedern. Die gesamte Schuh- und Modebranche ist sich weitgehend einig, dass die Sommersaison unbedingt bis in den August hinein verlängert werden muss und breitere Reduzierungen frühestens Ende Juli Sinn machen, auch wenn man dabei den regionalen Wettbewerb durchaus im Auge behalten muss.