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Factory-Outlets: BDSE setzt sich für faire Wettbewerbsbedingungen ein

Fabrikverkäufe, insbesondere der Textil-, Schuh- und Lederwarenhersteller, weiten sich immer weiter aus. Aktuell sind hierzulande fast zehn neue Standorte für Fabrikverkaufszentren (FOC) in Planung. Experten schätzen, dass die derzeit existierenden 15 Outlet-Center in Deutschland rund 1,4 Mrd. Euro umsetzen. Die Wiesbadener Unternehmensberatung Ecostra geht aufgrund von Neuansiedlungen davon aus, dass mittelfristig in Deutschland der Marktanteil der FOCs von derzeit 2,3 Prozent auf gut 5 Prozent wachsen wird. Dieses Wachstum kann nur auf Kosten des Einzelhandels realisiert werden.

Solange sich Genehmigung und Betrieb der FOCs an geltende gesetzliche Bestimmungen halten, lässt sich zwar argumentativ, nicht aber mit rechtlichen Mitteln dagegen vorgehen. Besonders unschön wird es aber, wenn FOCs im Wettbewerb unfaire Sonderöffnungszeiten (Sonntagsöffnungen) zugestanden werden, die keinen sachlich gerechtfertigte Bezug (mehr) haben. Dies dürfte im Fall Zweibrücken etwa der Fall sein, da der Regelungsanlass, der Flugplatz Zweibrücken, kein Verkehrsflughafen mit einem regelmäßigen Linienverkehr und entsprechendem Verkehrsaufkommen mehr ist. Auch die Begründungen der Sonderöffnungszeiten der „Schuhmeile Hauenstein“ sowie die öffentlich kolportierten Überlegungen zu Sonntagöffnungen des geplanten Schuh-FOCs „Schuhfachmarktzentrum Pirmasens“ sind aus Sicht des BDSE problematisch.

  

Vor diesem Hintergrund hat der BDSE, gemeinsam mit den Schwesterverbänden BTE und BLE, eine Anfrage beim zuständigen Ministerium in Rheinland-Pfalz eingereicht und um Überprüfung des Sachverhalts gebeten. Parallel holten die drei Bundesfachverbände eine wettbewerbsrechtliche Expertise dazu ein. Erste Ergebnisse liegen bereits vor, die Prüfungen sind in die Wege geleitet.